www.bergungsstelle.de
unterstützt Provenienzforschung
Die Akten einer kleinen Berliner Dienststelle, die nur wenige Monate von Juli 1945 bis Februar 1946 existiert hat, wecken immer mehr das Interesse von Forscherinnen und Forschern aus der ganzen Welt – die Berichte der „Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken“.
Die Bergungsstelle hat während dieser kurzen Zeit über 200 private und öffentliche Bibliotheken im gesamten Stadtgebiet Berlins sichergestellt. Auf der Grundlage vorhandener Verzeichnisse und von Meldungen aus den Bezirksämtern war damals eine Liste von Bibliotheken erstellt worden, je Bibliothek wurde ein Bergungsauftrag vergeben und der Vorgang genau protokolliert.
Diese Bergungsaufträge und -berichte wurden nun komplett digitalisiert und stehen unter www.bergungsstelle.de allen Interessierten für eine detaillierte Auswertung zur Verfügung.
Besonders für Provenienzforscherinnen und -forscher ist dieses Archivgut hochinteressant. Auch über 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur in Deutschland ist das Thema der Ermittlung von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern von hoher nationaler und internationaler Bedeutung. Maßgeblich für Deutschland sind dabei gerade auch die Washingtoner Prinzipien (1998), die Gemeinsame Erklärung (1999) und die Theresienstädter Erklärung (2009).
Vor diesem Hintergrund unterstützten das Landesarchiv Berlin und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin seit vielen Jahren die nationale und internationale Provenienzforschung. Seit 2008 fördert und verstärkt zudem die „Arbeitsstelle für Provenienzforschung“ am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz die zahlreichen Projekte und Initiativen deutscher Kultureinrichtungen zur Provenienzforschung.
In enger Kooperation der drei Berliner Fachinstitute Landesarchiv Berlin, Zentral- und Landesbibliothek Berlin sowie Arbeitsstelle für Provenienzforschung gelang in kurzer Zeit die Umsetzung eines Digitalisierungsprojektes – von der Herstellung der über 2000 Digitalisate bis hin zur Präsentation der Dokumente selbst, ergänzt um viele begleitende Informationen und Arbeitshilfen, wie etwa identifizierten Exlibris oder Inventarnummern.
